Sieben Prüfungen vor dem Kauf
Keine dieser Prüfungen braucht einen Fachmann, keine kostet viel. Zusammen erklären sie fast jeden Kauf, der schlecht ausgeht.
1. Immer der Grundbuchauszug
Wer verkauft, zu welchen Anteilen, und was auf der Liegenschaft lastet. Dieses Dokument beantwortet die Hälfte Ihrer Fragen von selbst, es ist öffentlich und schnell zu haben. Zögert ein Verkäufer oder eine Agentur, es zu zeigen, haben Sie die wichtigste Information des Tages bereits.
2. Das C-Blatt: besteht eine Bindung?
In dieser Provinz kommt diese Prüfung vor allen anderen, denn sie entscheidet, ob Sie die Immobilie bewohnen dürfen. Steht die Anmerkung dort und fehlen Ihnen die Voraussetzungen, endet die Verhandlung — besser bei der ersten Besichtigung als nach der Anzahlung.
3. Der Grundriss gegen das Gesehene
Nehmen Sie den hinterlegten Grundriss und vergleichen Sie ihn mit der Wohnung: eine versetzte Wand, eine geschlossene Veranda, ein Bad dort, wo die Zeichnung eine Abstellkammer zeigt — solche Abweichungen sind zu sanieren, und die Bank bemerkt sie bei der Prüfung. Die Sanierung kostet Zeit und Geld: ein Verhandlungsposten, keine hinzunehmende Überraschung.
4. Das Kondominium: Kosten, Beschlüsse, beschlossene Arbeiten
Verlangen Sie vom Verwalter die Abrechnungen der letzten zwei Jahre, den Zahlungsstand des Verkäufers und die Protokolle der letzten Versammlungen. Dort stehen die beschlossenen, aber noch nicht ausgeführten Arbeiten: Eine im Vorjahr beschlossene Dachsanierung ist eine Ausgabe, die Sie trifft, und sie gehört in den Preis.
5. Der Energieausweis — und die echten Rechnungen
Der Ausweis ist dem Vertrag beizulegen und nennt die Klasse. Die Abrechnungen der letzten zwei Winter sagen, was das Heizen jene gekostet hat, die tatsächlich dort gewohnt haben — mit diesen Gewohnheiten und dieser Anlage. Verlangen Sie beides: das eine ist gesetzliche Pflicht, das andere die Probe.
6. Die Steuerrechnung, vorher gemacht
Erstwohnung oder nicht, von privat oder vom Bauträger, Katasterkategorie, Preis-Wert-System: vier Variablen, die die Rechnung um Zehntausende verändern — und alle vor einem Angebot prüfbar. Der Notar erstellt auf Wunsch einen vollständigen Voranschlag, und der gehört so zum Budget wie der Kaufpreis.
7. Was auf dem Blatt steht, das Sie unterschreiben
Dauer der Unwiderruflichkeit, Art der Anzahlung, aufschiebende Darlehensbedingung mit Betrag und Frist, und was in jedem Fall mit dem gezahlten Betrag geschieht. Vier Zeilen, in zehn Minuten gelesen — und die einzigen, die zählen, wenn etwas schiefgeht.
Drängt jemand bei diesen vier Zeilen zur Eile, ist diese Eile die aussagekräftigste Information des Tages. Eine seriöse Verhandlung hält zehn Minuten Lesen aus, und eine seriöse Agentur bietet sie an, bevor Sie danach fragen.
Kurz gefasst
- Aktueller Grundbuchauszug, A-, B- und C-Blatt
- Prüfung der Wohnbaubindung und Ihrer Voraussetzungen
- Grundriss mit dem Ist-Zustand verglichen
- Kondominiumskosten, Protokolle und beschlossene Arbeiten
- Energieausweis und Abrechnungen der letzten zwei Winter
- Vollständiger Notarvoranschlag samt Steuern
- Das Angebot Zeile für Zeile lesen, vor der Unterschrift
Was uns am häufigsten gefragt wird
Was kosten all diese Prüfungen?
Fast nichts, und das ist der Punkt. Grundbuch- und Katasterauszug kosten wenige Dutzend Euro; die Kondominiumsunterlagen liefert der Verwalter; der Voranschlag des Notars ist kostenlos; die Abrechnungen hat der Verkäufer. Der einzige echte Kostenpunkt ist der Lokalaugenschein eines Technikers — und der ist nur nötig, wenn Abweichungen oder Arbeiten zu beziffern sind.
Sollte das nicht die Agentur erledigen?
Zum Teil ja, und genau das tun wir: Wir prüfen die Lage eines Objekts vor der Veröffentlichung. Der Käufer hat aber Anspruch darauf, die Unterlagen zu sehen, und nicht nur zu hören, es sei alles in Ordnung — eine Forderung, mit der jede seriöse Agentur rechnet. Der Unterschied zwischen beidem zeigt sich genau in dem Moment, in dem Sie sie stellen.
Ich bin in Eile, es gibt einen Mitbewerber: kann ich etwas auslassen?
Die beiden, die nie entfallen, sind das C-Blatt und die Bedingungen des Angebots: Das erste entscheidet, ob Sie die Wohnung nutzen dürfen, das zweite, was mit Ihrem Geld geschieht. Die übrigen lassen sich nach hinten verschieben, sofern das Angebot sie als Bedingung vorsieht. Eile bewältigt man durch bessere Formulierung, nicht durch weniger Prüfung.
Hinweis
Dieser Leitfaden ist allgemeine Information eines Immobilienunternehmens und ersetzt weder die Auskunft eines Notars oder Steuerberaters noch die des zuständigen Technikers. Die genannten Bestimmungen sind jene, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung gelten.
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